Ezio Bosso

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Ezio hat auf seinem Doppelalbum jeden Raum zweimal musikalische Gestaltet und mit persönlichen Erinnerungen verbunden.

Er selbst – und das ist die traurige Entstehungsgeschichte des Albums befindet sich schon im 12. Raum, nachdem bei ihm 2011 völlig überraschend eine sehr seltene und unheilbare “neurodegenerative”Krankheit diagnostiziert wurde. Bis dahin hatte Ezio ein sehr schillerndes Künstlerleben in London verbracht und u.a. Ballett- und Filmmusik geschrieben. Die Krankheit hat ihn dann völlig aus dem Leben gerissen. Heute sitzt er im Rollstuhl und kann nur an
einem speziellen Flügel spielen. Mit der Musik des Albums “the 12th Room”blickt er nicht nur philosophisch auf das Leben, er hat damit auch einen Weg gefunden mit neue Kraft zu gewinnen, mit seinem Schicksal umzugehen.

FACTS:

Ezio Bosso lebt seit 15 Jahren in London
Ezio Bosso unterstützt viele Non-Profit Bildungsorganisationen, wie zum Beispiel Mozart14 oder Palazzo Barolo und Kampagnen für Tiere, besonders Hunde.
Ezio Bosso ist nach sieben Jahren 2016 zu seiner großen Liebe zurückgekehrt, dem Orchester dirigieren.

QUESTIONS:

1. What is the biggest inspiration for your music?
Die wichtigste Inspirationsquelle ist für mich immer das Leben selbst: die Begegnungen, die Menschen, im Guten wie im Schlechten – alles, woraus die Welt und unser Leben besteht (bis hin zu Straßenschildern). Die wahre Inspiration liegt in der Auseinand ersetzung mit diesen Dingen. Sie beginnt immer mit der Musik und führt von dort weiter zur Vertiefung der unterschiedlichsten Themen. Sie offenbart mir Klänge, die ich unbedingt zu Papier bringen muss. Ich denke vor allem an Musik, die ich noch nicht aufgeschrieben habe.

2. How and when did you get into making music?
Die Musik hat mich schon früh fasziniert und unwiderstehlich angezogen. Mit vier Jahren war ich ein schweigsames Kind, das sehr viel mehr zuhörte als sprach. Wenn mein Vater Musik hörte, stellte ich mich mitten ins Zimme und tat, als würde ich dirigieren. Instinktiv hatte ich die Musik gefunden, lange bevor ich mich bewusst dafür entschied.

3. What are 5 of your favourite albums of all time?
Für einen Musiker ist es ganz unmöglich, nur fünf Alben auszuwählen. So viel Musik ist ein wesentlicher Teil meines Lebens, da kann ich keine so beschränkte Auswahl treffen.

4. What do you associate with Berlin?
Meine Jugend, meine vielen Aufenthalte in Berlin, eine Jugendliebe, der ich kilometerweit nachgereist bin, der Gegensatz zu Wien, wo ich studiert habe, die Freude, die mir diese Stadt geschenkt hat, und auch Wehmut darüber, dass ich so lange nicht dort war. Aber jetzt komme ich wieder!

5. What’s your favourite place in your town?
Die Berliner Philharmonie, Heimat der Berliner Philharmoniker, mit ihrem ganz besonderen Klang und ihrem faszinierenden Orchester.

6. If there was no music in the world, what would you do instead?
Ohne Musik wäre die Welt schon lange vor meiner Geburt untergegangen und so müsste ich mir diese Frage gar nicht stellen.

7. What was the last record/music you bought?
Claudio Abbados letzte Gesamtaufnahme der Beethoven-Symphonien mit den Berliner Philharmonikern, glaube ich, aber ich kaufe so viele.

8. Who would you most like to collaborate with?
Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich etwas and eres sagen würde, und es ist mir durchaus peinlich, aber mit den Berliner Philharmonikern.

9. What was your best gig (as performer or spectator)?
Abbados letztes Konzert mit den Berliner Philharmonikern in der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Eine unvorstellbare Energie.

10. How important is technology to your creative process?
Als Kind meiner Zeit nutze ich Technologie, aber erst in der letzten Phase des Schaffensprozesses, um einzelne Elemente zusammenzusetzen oder einem Solisten etwas vorzuspielen; in Solokonzerten verwende ich manchmal Sampling als Alternative zum Metronom. Technologie spielt also beim letzten Feinschliff eine Rolle, davor aber grundsätzlich nicht, weil ich finde, sie sollte ein Hilfsmittel sein, mehr aber auch nicht.

11. Do you have siblings and how do they feel about your career/art?
Mein Bruder hat mich als erster maßgeblich unterstützt: Ohne seine Hilfe hätte ich es nie geschafft, meine Familie von meinem Musikstudium zu überzeugen. Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie, und eine Musikerkarriere schien meinen Eltern jenseits unserer Möglichkeiten. Aber mein Bruder verstand , dass dies der Weg war, den ich gehen musste. Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein. Meine Schwester freut sich für mich, weil sie mich liebt und sieht, dass mir die Musik gut tut. Da sie seit Jahren in Berlin lebt, freut sie sich außerdem sehr, dass mich die Musik nun zum ersten Mal in ihre Wahlheimat führt.

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